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Citation: Anteil von kataklastischem Gestein in Bohrklein der KTB Hauptbohrung. 2010. Open Data LMU. https://doi.org/10.5282/ubm/data.24

Anteil von kataklastischem Gestein in Bohrklein der KTB Hauptbohrung
Anteil von kataklastischem Gestein in Bohrklein der KTB Hauptbohrung

Entlang von Scherzonen der Erdkruste werden die Gesteine aufgrund der tektonischen Bewegungen sehr stark beansprucht. Das Material aus den Scherzonen wird kataklastisch genannt, wenn die Einzelminerale in der Gesteinsmatrix derart zerbrochen sind, daß eine Zuordnung zu einer Lithologie unter dem Mikroskop nicht mehr möglich ist. Scherzonen sind bedeutende Strukturen in der Erde und für die Geowissenschaften von besonderem Interesse, da diese seismische Reflektoren, elektrisch leitfähige Zonen und Wege für Fluide darstellen können. In der Folge können auch spezielle Mineralisationen entstehen.

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In den Bohrungen des Kontinentalen Tiefbohrprogramms der Bundesrepublik Deutschland (KTB) in Windischeschenbach (Bayern/Deutschland) wurden zahlreiche kataklastische Scherzonen angetroffen (Zulauf et al., 1999). Die KTB Hauptbohrung erreichte eine Tiefe von 9100 m (Emmermann and Lauterjung, 1997). Beim Abteufen dieser Bohrung wurden alle 1 bis 2 m Bohrkleinproben von etwa 1 kg entnommen. Diese wurden gewaschen und für zahlreiche geologische, petrophysikalische und geochemische Untersuchungen in Fraktionen von 0.063 bis 5 mm gesiebt. Eine Bohrkleinprobe enthält vom Bohrmeißel zerkleinertes Material, das abhängig von den technischen Bedingungen aus einem Abschnitt von mehreren Tiefenmetern stammen kann. Es wird von der zirkulierenden Spülung an die Erdoberfläche befördert. Jede Probe erhält eine Tiefenzuordnung, die aus der Zeit berechnet wird, die die Spülung benötigt, um das Bohrklein von der aktuellen Bohrtiefe an die Oberfläche zu transportieren (Umsonst et al., 1995; Engeser, 1995).

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Mit einer visuellen mikroskopischen Analyse werden 14 lithologische Komponenten separiert und deren Volumenanteil in der Stichprobe bestimmt (Duyster et al., 1995). Kataklastische Scherzonen sind durch drei Komponenten repräsentiert: kataklastischer Gneis, kataklastischer Metababsit und Kataklasite. Letztere sind derart stark deformierte Partikel, daß eine Zuordnung zu einer Lithologie nicht mehr möglich ist. Der vorliegende Datensatz enthält die Summe der drei Komponenten, den 'Anteil von kataklastischem Gestein' (CATR), gegeben in Volumen-Prozent. Dieser Anteil p wird gemäß lcatr = ln (p/1-p) transformiert zur Variable lcatr und variiert damit zwischen 0 und 1.

Datenarchiv Statistik
2010

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52kB

DOI: https://doi.org/10.5282/ubm/data.24

This dataset published at "Open Data LMU" is made available under the "Public Domain Dedication and License (PDDL)" v1.0 whose full text can be found at: http://www.opendatacommons.org/licenses

Abstract

Entlang von Scherzonen der Erdkruste werden die Gesteine aufgrund der tektonischen Bewegungen sehr stark beansprucht. Das Material aus den Scherzonen wird kataklastisch genannt, wenn die Einzelminerale in der Gesteinsmatrix derart zerbrochen sind, daß eine Zuordnung zu einer Lithologie unter dem Mikroskop nicht mehr möglich ist. Scherzonen sind bedeutende Strukturen in der Erde und für die Geowissenschaften von besonderem Interesse, da diese seismische Reflektoren, elektrisch leitfähige Zonen und Wege für Fluide darstellen können. In der Folge können auch spezielle Mineralisationen entstehen.

Abstract

In den Bohrungen des Kontinentalen Tiefbohrprogramms der Bundesrepublik Deutschland (KTB) in Windischeschenbach (Bayern/Deutschland) wurden zahlreiche kataklastische Scherzonen angetroffen (Zulauf et al., 1999). Die KTB Hauptbohrung erreichte eine Tiefe von 9100 m (Emmermann and Lauterjung, 1997). Beim Abteufen dieser Bohrung wurden alle 1 bis 2 m Bohrkleinproben von etwa 1 kg entnommen. Diese wurden gewaschen und für zahlreiche geologische, petrophysikalische und geochemische Untersuchungen in Fraktionen von 0.063 bis 5 mm gesiebt. Eine Bohrkleinprobe enthält vom Bohrmeißel zerkleinertes Material, das abhängig von den technischen Bedingungen aus einem Abschnitt von mehreren Tiefenmetern stammen kann. Es wird von der zirkulierenden Spülung an die Erdoberfläche befördert. Jede Probe erhält eine Tiefenzuordnung, die aus der Zeit berechnet wird, die die Spülung benötigt, um das Bohrklein von der aktuellen Bohrtiefe an die Oberfläche zu transportieren (Umsonst et al., 1995; Engeser, 1995).

Abstract

Mit einer visuellen mikroskopischen Analyse werden 14 lithologische Komponenten separiert und deren Volumenanteil in der Stichprobe bestimmt (Duyster et al., 1995). Kataklastische Scherzonen sind durch drei Komponenten repräsentiert: kataklastischer Gneis, kataklastischer Metababsit und Kataklasite. Letztere sind derart stark deformierte Partikel, daß eine Zuordnung zu einer Lithologie nicht mehr möglich ist. Der vorliegende Datensatz enthält die Summe der drei Komponenten, den 'Anteil von kataklastischem Gestein' (CATR), gegeben in Volumen-Prozent. Dieser Anteil p wird gemäß lcatr = ln (p/1-p) transformiert zur Variable lcatr und variiert damit zwischen 0 und 1.

Keywords

Datenarchiv Statistik

References

Duyster, J., Grawinkel, A., Kontny, A. (1995). Petrographic and structural characterization. KTB-Report 95-2, B1-B80. Niedersächsisches Landesamt für Bodenforschung, Hannover.

Emmermann, R., Lauterjung, J. (1997). The German Continental Deep Drilling Program KTB: Overview and major results. J. Geophys. Res. 102/B8, p.18179-18202. Engeser, B. (1995). Das Kontinentale Tiefbohrprogramm der Bundesrepublik Deutschland KTB - Bohrtechnische Dokumentation. KTB-Report 95-3. Niedersächsisches Landesamt für Bodenforschung, Hannover.

Umsonst, T., Lauterjung, J., Tran Viet, T., Wöhrl, T. (1995). Technical aspects and sampling procedures at the KTB-Hauptbohrung. KTB-Report 95-2, A1-A11. Niedersächsisches Landesamt für Bodenforschung, Hannover.

Winter, H., Adelhardt, S., Jerak, A., Küchenhoff, H. (2002). Characterization of cataclastic shear zones of the KTB deep drill hole by regression analysis of drill cuttings data. Geophys. J. Int. 150/1, p.1-9.

Zulauf, G., Palm, S., Petschick, R. and Spies, O. (1999). Element mobility and volumetric strain in brittle and brittle-viscous shear zones of the superdeep well KTB (Germany). Chemical Geology 156, p.135-149.

Item Type:Data
Subjects:Faculty of Mathematics, Computer Science and Statistics
Dewey Decimal Classification:300 Social sciences > 310 General statistics
ID Code:24
Deposited By: Anja Kipke
Deposited On:08. Nov 2010 07:41
Last Modified:29. May 2017 09:31

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