Das interdisziplinäre und internationale Projekt untersuchte in den Jahren 2018-2019 die Rechnungsbücher (1566-1584) der Stettin (Szczecin)-Danziger (Gdańsk) Kaufmannbankiersfamilie Loitz, die sich im Staatsarchiv Danzig befinden. Das Ziel des Projekts war es, diese größte vorhandene Sammlung der frühneuzeitlichen Rechnungsbücher in Danzig (16 Archivalien, 969 S.) zu digitalisieren, online zu publizieren und wissenschaftlich aus drei methodischen Perspektiven auszuwerten. Erstens: als Quelle für die Geschichte des Finanzwesens und Handels im südlichen Ostseeraum. Zweitens: als Datenquelle für die Computer unterstützte Rekonstruktion des sozialen Netzwerks der Loitz, unter besonderer Berücksichtigung der Auswirkung dieses Netzwerks und der Geldstrategie der Loitz auf ihre Tätigkeit als Kunststifter und -vermittler. Drittens: die in den Quellen vorkommenden Waren, insbesondere Luxusgegenstände und Kunstwerke in Hinblick auf ihre Art, Herkunft, Bestimmung und ihrem Wert zu analysieren. Damit verfolgte das Projekt das Ziel, einen Beitrag zur Geschichte des Luxusgüterkonsums und zur Vorgeschichte des Kunstmarktes im Ostseeraum zu leisten und dabei die Rolle der Artefakte als Akteure in den sozialen Netzwerken zu untersuchen. In der Laufzeit des Projekts wurden alle Rechnungsbücher digitalisiert und vollständig transkribiert, sechs erste davon wurden online ediert und veröffentlicht. Die Digitalisate der Rechnungsbücher sind unter folgendem Link erreichbar: https://discover.ub.uni-muenchen.de/collection/?f[collection_faceting][]=GeldKunstNetz