Fotos und andere Bilder spielen in VerbaAlpina eine wichtige Rolle. Die wohl größte Bedeutung besitzen sie im Kontext der Illustration außersprachlicher Realitäten. Die Präsentation eines Fotos erlaubt es speziell im Crowdsourcing-Tool, ohne umständliche Beschreibungen Informanten eine Vorstellung von einem bestimmten Konzept zu vermitteln.
Fotos sind jedoch nicht nur Bilder, sondern Abbilder der Wirklichkeit, denn es handelt sich grundsätzlich um Dokumente, die ihren Sitz in Raum und Zeit haben. Sie sind technisch gesprochen chrono- und georeferenzierbar, da sie einen Ausschnitt der Welt zu einem bestimmten Zeitpunkt überliefern, wobei Motiv- und Perspektivwahl des Fotografen als Teil dieser Wirklichkeit betrachtet werden müssen. Die nachträgliche Veränderung von Fotografien etwa aus ästhetischen Gründen ist deshalb ausgesprochen problematisch, weil sie Fotos – Abbilder – von der fotografierten, abgebildeten Wirklichkeit entkoppeln und zu Bildern machen; semiotisch gesprochen zerstört oder erodiert sie die Referenz des Fotos. Denn in diesem Fall erfolgt eine im nachhinein kaum auflösbare Vermischung unterschiedlicher Realitäten – nämlich jener, die der ursprünglichen Entstehung des Fotos zu Grunde lag, und jener, die sich in der nachträglichen Manipulation versteckt, da sie gerade nicht offensichtlich, oder: manifest ist. VerbaAlpina verzichtet daher ganz überwiegend auf jede Veränderung einmal in den Datenbestand übernommener Fotos. Zu den ganz wenigen Ausnahmen gehören die Titelbilder des VerbaAlpina-Portals (VA_WEB), bei denen ästhetische Attraktivität von VerbaAlpina höher bewertet wird als die Funktion der Dokumentation. Im Methodologie-Beitrag Versionierung werden in der Galerie der VA-Titelbilder gegebenenfalls die Originalbilder neben die modifizierten Titelbildversionen gesetzt.