Das Projekt VerbaAlpina wurde von vornherein mit Blick auf Webtauglichkeit konzipiert, denn es will ganz entschieden zur Überführung der etablierten geisteswissenschaftlichen Traditionen, genauer: der Geolinguistik, in die Digital Humanities beitragen . Dieser Ausdruck ist zwar mittlerweile fest etabliert; seine beiden Konstituenten sind jedoch keineswegs selbsterklärend und verdienen jeweils eine methodologische Bemerkung.

(1) Digital hat eine Reihe komplexer Implikate:
(2) Hinter Humanities steht eine spezifische Konzeption des Forschungsfachs, die sich mit dem überkommenen Begriff der Philologie nur ganz unzulänglich erfassen lässt. Diese genuin textorientierte Tradition wurde de facto bereits durch die mit gesprochener Sprache arbeitenden Bereiche der Linguistik überholt. In Bezug auf VerbaAlpina wäre indes auch die Rede von digital linguistics zu eng, denn obwohl sprachliche Daten im Zentrum stehen, werden ganz bewusst auch außersprachliche Daten einbezogen, die für das historische Verständnis geolinguistischer Verhältnisse unabdingbar sind. In diesem Sinn wird eine digitale Ethnolinguistik praktiziert.