Manche onomasiologische Bereiche weisen deutliche Affinitäten zu Entlehnungen auf; so finden sich für etliche Konzepte aus dem Bereich des Almwesens, speziell der Milchverarbeitung im Deutschen romanische bzw. vorrömische Bezeichnungstypen (vgl. die Basistypen: butyru(m), caseu(m), crama, stabulum, *tegia u. a.).
Das spricht in unmissverständlicher Weise dafür, dass die entsprechenden grundlegenden Kulturtechniken im Alpenraum sehr alt sind und an jeweils hinzukommende Ethnien und ihre Sprachen weitergegeben wurden. Aber es wäre natürlich zu einfach, bestimmte onomasiologische Teilbereiche zur Gänze mit bestimmten sprachlichen 'Schichten' zu verknüpfen. Es ist vielmehr bemerkenswert, dass gerade auch Entlehnungen in entgegengesetzter Richtung belegt sind und daher dauerhafter gegenseitige kultureller Austausch anzunehmen ist. Charakteristisch sind die komplementären Bezeichnungstypen für das Konzept BUTTER. Während sich im Bairischen der romanische Typus Butter durchgesetzt hat, ist der deutsche Typ Schmalz in einem Teil der romanischen Mundarten etabliert; vgl. dazu die synoptische Karte der Basistypen butyrum und Schmalz:

Es scheint also, als ob sich das Auslassen, d. h. das Schmelzen (daher Schmalz) der Butter als elementare Konservierungstechnik ausgehend vom deutschsprachigen Gebiet nach Süden verbreitet hätte.
Ein vergleichbares Bild geben die Bezeichnungstypen lat. stabulu(m) und deu. Stall für einfache Almgebäude; vgl. dazu die synoptische Karte zu den Basistypen lat. stabulu(m) und deu. Stall: