Wir unterscheiden zwischen Basiszeichen und Diakritika.

Basiszeichen befinden sich auf der Grundlinie. Alle Zeichen, die sich nicht auf der Grundlinie befinden, werden als Diakritika betrachtet. Als Diakritika im weiteren Sinne werden auch rein typographische Variationen eines Basiszeichens behandelt, z.B. wenn das Basiszeichen kleiner dargestellt wird als die anderen.

Basiszeichen


Basiszeichen, die in der ASCII-Tabelle vorhanden sind, werden beibehalten (= alle lateinischen Buchstaben; nicht deutsche Umlaute!). Alle anderen Basiszeichen werden durch eine Kombination von einem Buchstaben und einer Ziffer transkribiert (siehe Tabelle).

Diakritika


Diakritika werden grundsätzlich hinter das Basiszeichen gesetzt, dem sie zugeordnet sind. Bei mehreren Diakritika auf einem Basiszeichen muss die folgende Reihenfolge eingehalten werden.


Jedes Zeichen, das für die Transkription eines Diakritikums verwendet wird, darf pro Basiszeichen nur einmal vorkommen. Für die Wiederholung des selben Diakritikums gibt es eigene Regeln, z.B. : für zwei Punkte über einem Basiszeichen oder \2 für einen doppelten Gravis.

Wenn sich ein Diakritikum auf zwei oder mehr Zeichen bezieht z.B. a͠e werden die Basiszeichen in eckige Klammern gesetzt, in diesem Fall [ae]~.

Klammern und Kommentare

Kommentare (ob eingeklammert oder nicht) werden nach dem Beleg, auf den sich sich beziehen, in spitze Klammern gesetzt, z.B: (m.) → <m.>. Wenn der gesamte Beleg eingeklammert ist, wird der Beleg ohne Klammern transkribiert und in spitzen Klammern die Bemerkung "eingeklammert" hinzugefügt.

Trennzeichen


Eventuelle morphosyntaktische Varianten eines Belegs wie z.B. Singular- und Pluralformen werden durch Kommata, verschiedene Wortformen durch Semikola getrennt. Dies entspricht der Darstellung der Belege im Atlas AIS. Wenn in der Quelle die Belege durch andere Trennzeichen (z.B. / oder -) getrennt sind, müssen diese in der Transkription entsprechend durch Kommata und Semikola ersetzt werden. Eventuelle Nummerierungen von verschiedenen Varianten werden weggelassen.

Typisierte Belege


Wenn die Quelle für einen Informanten sowohl einen Einzelbeleg als auch eine bereits typisierte Variante enthält, wird nur der Einzelbeleg transkribiert. Nur falls dies nicht möglich ist, wird die typisierte Variante transkribiert und über das entsprechende Auswahlmenü als "phon. Typ" bzw. "morph. Typ" markiert. Im Gegensatz zu Einzelbelegen sind bei Typen auch Großbuchstaben erlaubt, sonst gelten die selben Regeln für die Transkription.

Wenn für einen Informanten Einzelbelege und typisierte Belege gemischt vorkommen, müssen für die Transkription zwei verschiedene Zeilen angelegt werden, in denen die Transkripte entsprechend als Typ bzw. Beleg markiert werden.

Sonderzeichen in der Quelle


Alle Zeichen, die in der Transkription als Diakritika verwendet werden (inklusive Ziffern) müssen, wenn sie als Originalzeichen vorkommen, durch die Voranstellung von zwei Backslashes maskiert werden, z.B. * → \\*. Dies bezieht sich aber nur auf Zeichen, die in der Quelle Teil der phonetischen Transkription des Einzelbelegs sind. Bei Zeichen, die eine bestimmte Bedeutung haben, muss diese Bedeutung stattdessen als Bemerkung in spitzen Klammern hinter den Beleg geschrieben werden. Zum Beispiel steht das Zeichen † im AIS für eine veraltete Form und muss in der Transkription mit <veraltet> notiert werden. Klammern werden immer ersetzt (siehe Klammern und Kommentare und Platzhalter).

Folgende Zeichen aus dem AIS können einfach weggelassen werden: ℗, ○, P, S, +

Platzhalter


Alle Formen von Platzhaltern oder verkürzten Schreibweisen müssen durch die Zeichenfolge ersetzt werden, für die sie stehen. Wenn ein Beleg mit Kommentaren in mehrere Belege aufgeteilt wird, müssen diese wiederholt werden. Die folgende Tabelle enthält einige Beispiele:

Beleg QuelleTranskription
u kā́ni; i ~u ka-/ni; i ka-/ni
(Alm)hütteAlmhu:tte; Hu:tte
(um bé̜l) pašọ́ɳ (selten)um be(/l pas^o?/n1 ; pas^o?/n1

Eine Ausnahme gibt es bei kleinen phonetischen Variationen bei bereits typisierten Belegen, so kann z.B. der morpho-lexikalische Typ "Sänn(e)hütte" als "Sa:nn\(e\)hu:tte" transkribiert werden.

Transkription nicht möglich


Bei Informanten, für die in einer Karte keine Daten eingetragen sind, wird der "vacat"-Button verwendet. Falls die Transkription eines Beleges problematisch ist (z.B. weil sie anhand dieser Regeln nicht möglich oder unklar ist), wird der "Problem"-Button verwendet. Die Buttons "Konzept nicht vorhanden" und "Bezeichnung nicht bekannt" werden jeweils verwendet, wenn die Sache an sich nicht bekannt ist bzw. die Sache bekannt ist, aber der Informant sie nicht benennen kann. Sollte die Quelle nur angeben, dass zwar das Wort, jedoch nicht die Bedeutung bekannt ist, dann muss dieser Beleg nicht transkribiert werden.

Konzeptzuweisung


Über das rechte Auswahlmenü wird der Äußerung ein Konzept zugeordnet. Der vorausgewählte Wert entspricht dabei immer dem Konzept, welches für diesen Stimulus bisher am häufigsten zugeordnet wurde, also im Normalfall dem "Hauptkonzept" der jeweiligen Karte. Wenn dieses nicht zutreffend ist, weil beispielsweise für einen Beleg ein spezifischeres Konzept angegeben wird, muss dieses (falls noch nicht vorhanden) neu angelegt und zugeordnet werden. Für alle Äußerungen (Ausnahme vacat, Problem etc.) muss ein entsprechendes Konzept ausgewählt sein. Das Konzept bezieht sich immer auf die vollständige Äußerung, auch dann, wenn beispielsweise mehrere Varianten durch Semikola getrennt vorkommen. Falls einzelne Varianten verschiedene Bedeutungen haben, muss für jede Variante eine eigene Zeile angelegt werden. Der Beleg "prẹẓṓr V, káłọ M" von AIS-Karte 1212 muss zum Beispiel, da die Abkürzungen "V" und "M" für verschiedene Konzepte stehen, folgendermaßen transkribiert werden:

ÄußerungKonzept
pre?z?o-/rLAB, VOM KALB
ka/l1o?LAB, KÜNSTLICH

Falls für eine Äußerung in der Quelle mehrere Bedeutungen angegeben werden, können im Auswahlmenü auch mehrere Konzepte ausgewählt werden.

Vorschau bei der Transkription


Beim Eingeben der Transkription wird zu Vergleichszwecken hinter dem jeweiligen Textfeld eine Vorschau angezeigt, wie der Beleg nach der Rückkonvertierung aussieht. Falls der Text "Nicht gültig" erscheint, ist der Beleg falsch transkribiert und kann so nicht eingetragen werden. Falls einzelne Zeichen rot markiert im Beta-Code erscheinen, bedeutet das, dass der Beleg zwar gültig ist, aber das Zeichen (momentan) noch nicht konvertiert werden kann. Das tritt hauptsächlich bei Zeichen auf, die in dieser Form noch nicht vorgekommen sind. Der Beleg kann in diesem Fall ganz normal eingetragen werden.