Ganz allgemein gesprochen dienen Metadatenschemata der systematischen Beschreibung von Gegenständen oder Sachverhalten sowie deren Beziehungen untereinander. Ganz wesentlich ist dabei die Definition von Entitäten und deren spezifischen Eigenschaften, wobei strenggenommen die Grenze zwischen Beschreibung und Definition verschwimmt.
Grundsätzlich können Metadatenschemata für beliebige Bereiche definiert werden, maximalen Nutzen entfalten sie jedoch erst, wenn sie als weithin akzeptierter Standard etabliert sind. Der Mehrwert besteht dabei hauptsächlich darin, dass sich inhaltlich kompatible Datenbestände eindeutig aufeinander beziehen bzw. miteinander verknüpfen lassen (Interoperabilität). Insofern spielen Metadatenschemata auch eine wichtige Rolle im Hinblick auf die Erfüllung der FAIR-Prinzipien. Die Abbildung eines Metadatenschemas kann in unterschiedlicher Gestalt erfolgen. So ist dies z.B. in Listen, Tabellen- oder XML-Form möglich. Eine graphische Darstellung kann in Form eines sog. Entity-Relationship-Diagramms (ERD) erfolgen. Das damit verbundene Konzept des Entity-Relationship-Modells (ERM) scheint mit "Metadatenschema" bedeutungsidentisch zu sein.
Aus der Perspektive von VerbaAlpina spielen Metadatenschemata zunächst im Hinblick auf die Verwaltung des eigenen Datenbestands eine Rolle, wobei hier ein projektspezifisches, nicht standardisiertes, gleichwohl jedoch dokumentiertes Metadatenschema Anwendung findet. Hauptsächlich für den Export der VA-Daten in externe Datenrepositorien kommen auch etablierte Standard-Metadatenschemata zum Einsatz. So wird z.B. der Kerndatenbestand von VerbaAlpina, d.h. das georeferenzierte und konzeptbezogene morpho-lexikalische Material aus VA_DB, im Zuge der Übertragung in das Open-Data-Repositorium der Universitätsbibliothek der LMU mit dem vom gleichnamigen Konsortium kuratierten Metadatenschema Datacite beschrieben. Zusätzlich wird der Kerndatenbestand von VerbaAlpina im Metadatenschema CIDOC-CRM abgebildet, das eine inhaltliche Tiefenerschließung des Materials zum Ziel hat. CIDOC-CRM wird üblicherweise als eine "Ontologie" bezeichnet. Die Abbildung der VA-Daten auf die dort definierten Klassen und Eigenschaften und die anschließende formale Repräsentation des Ergebnisses, das sodann die primären VA-Daten und die sekundären CIDOC-CRM-Metadaten synoptisch kombiniert, rechtfertigt dennoch, CIDOC-CRM als "Metadatenschema" zu bezeichnen. Das Beispiel zeigt, wie fließend die Übergänge sein können und wie unscharf der Begriff "Metadatenschema" bisweilen erscheinen kann. Unabhängig von allen terminologischen Fragen sollte es bei der Erschließung von Forschungsdaten im Wesentlichen darum gehen, Metadaten in strukturierter, einer Ontologie folgenden Form in einem verbreiteten Austauschformat (z.B. RDF) zur Verfügung zu stellen.
Die Erschließung der VA-Kerndaten sowohl mit DataCite als auch mit CIDOC-CRM erfolgt im Rahmen des Forschungsprojekts eHumanities – interdisziplinär, das drei Jahre lang (bis 2021) vom Bayerischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert wird und sich mit der Herausforderung des Forschungsdatenmanagements (FDM) befasst. VerbaAlpina besitzt innerhalb von eHumanities – interdisziplinär den Status eines Pilotprojekts.