Der vor allem in Graubündem und der angrenzenden Lombardei verbreitete morpho-lexikalische Typ
muaglia bezeichnet dort entweder die einzelne KUH oder auch die VIEHHERDE, wobei z. B. die Existenz einer
"Societad d'allevamaint da muaglia bovina" in Celerina/Schlarigna (bei St. Moritz) darauf verweist, dass damit nicht speziell eine HERDE VON KÜHEN, sondern allgemein eine (NUTZ)TIERHERDE gemeint ist.
Dadurch, dass
muaglia nicht nur das Individuum, sondern auch das Kollektiv und darüberhinaus nicht nur die *KUH*HERDE bezeichnet, ist ausgeschlossen, dass der Typ mit
lat. mulgēre,
MELKEN, in Verbindung zu bringen ist. Vielmehr ist ein Zusammenhang mit
lat. mōbilia (
n. Pl.) hergestellt worden (
FEW6, 3: 1
s.v. mobilis]) und wahrscheinlich. Die Bezeichnung hebt demnach auf die Beweglichkeit des Viehbestands ab und dürfte als Komplement zum nicht beweglichen Eigentum, den Immobilien, zu verstehen sein. Auch das im Unterengadin begegnende
muvel (m.) (roa.), das dort das VIEH bezeichnet, wird gleichfalls auf
lat. mōbilis zurückgeführt (FEW
a.a.O.).
Wartburg, Walter (1922-1967): Französisches etymologisches Wörterbuch. Eine Darstellung des galloromanischen Sprachschatzes , Basel, vol. 20, Zbinden
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