Die Wortform
Retzel bezeichnet hauptsächlich im Tiroler Unterinntal, also östlich von
Innsbruck, sowie in Teilen Bayerns den Rückstand, der beim Auslassen der Butter übrigbleibt (
vgl. TSA III 100). Auch im südlichen Bayern gibt es Derivate hierzu, z. B. der Kreuther Crowd-Beleg
Räzlschmoiz. Leider liefern die Wörterbücher keine Etymologie. Zumindest das Tirolische Idiotikon
TId, ein Dialektwörterbuch aus dem 19. Jahrhundert, führt das Wort
rètzel mit der Bedeutung „
die unreinen Fett-theile nach zerlassener Butter“ auf, im Etschtal hingegen sagt man so zum „
Schnee, der kaum den Boden bedeckt“.
Schöpf, Johann Baptist (1866): Tirolisches Idiotikon, Innsbruck, Verglag der Wagner'sche Universitäts-Buchhandlung, 835
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