Die Wortform Retzel bezeichnet hauptsächlich im Tiroler Unterinntal, also östlich von Innsbruck, sowie in Teilen Bayerns den Rückstand, der beim Auslassen der Butter übrigbleibt (vgl. TSA III 100). Auch im südlichen Bayern gibt es Derivate hierzu, z. B. der Kreuther Crowd-Beleg Räzlschmoiz. Leider liefern die Wörterbücher keine Etymologie. Zumindest das Tirolische Idiotikon TId, ein Dialektwörterbuch aus dem 19. Jahrhundert, führt das Wort rètzel mit der Bedeutung „die unreinen Fett-theile nach zerlassener Butter“ auf, im Etschtal hingegen sagt man so zum „Schnee, der kaum den Boden bedeckt“.