Kübel ist in den oberdeutschen Dialekten die gängige Bezeichnung für größere Gefäße, die vornehmlich für den Transport von Flüssigkeiten vorgesehen sind. Es kommt sowohl als Simplex in der Bedeutung 'Eimer' vor, ist aber auch Bestandteil zahlreicher Komposita, die das BUTTERFASS bezeichnen.
Das Wort ist im Althochddeutschen als kubilo seit dem 10. Jh. bezeugt (vgl. AWB: s.v. kubilo). Vor allem in den Weinbaugebieten des südlichen Alpenrandes wurde mit lat. cūpa ein großes hölzernes Gefäß bezeichnet. Von Oberitalien aus gelangte das Wort dann in den oberdeutschen Raum (vgl. trent. ku'ej 'Melkeimer'); Ausgangsform ist laut EWBD (s.v. Kübel) altprovenzalisch cubel 'kleiner Bottich'; belegt sind auch Ableitungen wie cubelot oder mittellateinisches cubellus (vgl. FEW2, 1550 s.v. cūpa). Alle gehen auf lat. cūpella zurück, das auch Kluge als Etymon nennt (vgl. Kluge: s.v. Kübel). Kübel-Derivate finden sich im gesamten Raum der Ostalpen (vgl. Karte Kübel); der vom EWBD vorgeschlagene Umweg über das Altprov. erscheint unnötig kompliziert.