Legt man die Daten aus dem
Crowdsourcing zugrunde, so scheint der Worttyp
Beil im alemannischen Sprachraum die geläufigere Bezeichnung für die AXT zu sein. Daneben ist aber auch der morpho-lexikalische Typ
Axt verbreitet. Allerdings ist hier wohl mehr semantische denn lexikalische Variation anzunehmen. So weist das Schweizerische Idiotikon im Artikel zu
Bīel (
vgl. Idiotikon s.v. Bīel) auf den Unterschied zwischen
Beil und
Ax(t) hin, der im Artikel zu
Axt (
vgl. Idiotikon s.v. Ax) ausgeführt wird: „Aber meistens wird unterschieden: die Axt hat [einen] länger[e]n Halm, aber [eine] schmalere Schneide und dient besonders auch zum Schlagen mit dem Rücken“. Dieser Unterschied ist den Crowdern evtl. nicht mehr bewusst oder irrelevant, da die Bearbeitung von Holz nicht Teil der alltäglichen Lebenswelt darstellt. Denn auch standardsprachlich lässt sich zwischen einer Axt „Werkzeug mit schmaler Schneide und langem Stiel, besonders zum Fällen von Bäumen“ (
vgl. Duden s.v. Axt) und einem Beil „einer Axt ähnliches Werkzeug mit breiter Schneide und kurzem Stiel, besonders zum Bearbeiten von Holz und Fleisch“ (
vgl. Duden s.v. Beil) unterscheiden.
Im Althochdeutschen als
bîhal belegt (
vgl. AWB s.v. bîhal); es handelt sich um ein „nur deutsches und niederländisches Wort“. Allerdings gibt es in einigen keltischen Sprachen lexikalische Äquivalente, so z.B. im Altirischen
bíail, biáil oder Walisischen
bwyall, bw(y)ell (
vgl. Kluge s.v. Beil).
Karg-Gasterstädt, Elisabeth / Frings, Theodor (1952-): Althochdeutsches Wörterbuch. Auf Grund der von Elias v. Steinmeyer hinterlassenen Sammlungen im Auftrag der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Lepzig
LinkSeebold, Elmar (2012): Kluge. Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, Berlin, DeGruyter