Der lexikalische Typ
Topfen ist in Bayern und Österreich vertreten. Das etymologische Wörterbuch der deutschen Sprache stellt den
Topf in Zusammenhang mit der Benennung und verweist z.B. auf
Topfkäse im Fränkischen. Auf welche der beiden Bedeutungen von
Topf – 'Gefäß' oder 'Kreisel' – sich der Name bezieht, bleibt unklar (
vgl. Kluge s.v. Topfen). Die andere Herleitung bezieht sich auf
nhd. Tupf(en) 'Fleck, Punkt'. Diese Etymologie scheint treffender, da in schwäbischen oder schweizer Dialekten
Toppen bzw.
Doppel belegt ist (
vgl. DWDS s.v. Topfen).
Interessant ist die Verbreitung von
Topfen aus varietätenlinguistischer Sicht. Als dialektale Form ist sie in Bayern noch bekannt bzw. in Gebrauch, daneben steht aber auch schon die bundesdeutsche Standardvariante
Quark, die ebenso als Variante innerhalb des Dialekts genannt wird. Vermutlich ist aus der Präsenz der Variante
Quark zu schließen, dass
Topfen als basisdialektale Form verdrängt wird. Im Gegensatz zum bundesdeutschen Standard stellt
Topfen in Österreich auch die gebräuchliche Standardvariante dar. Dies zeigt sich daran, dass dort
Quark faktisch als dialektale Variante nicht existiert, zugleich aber das alemannische Vorarlberg
Topfen als quasi bairisches Lehnwort in den Dialekt aufnimmt.
Seebold, Elmar (2012): Kluge. Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, Berlin, DeGruyter