Die genaue Herkunft dieses Typs ist unklar. Im Lateinischen ist
capanna sehr selten und überdies erst sehr spät, nämlich bei Isidor von Sevilla, bezeugt (ein weiterer Beleg in Juvenalscholien aus der Zeit um 800). Es ist vermutet worden, dass es sich um ein keltisches Wort handelt (
FEW 2, 244
s.v. capanna), jedoch lässt sich diesbezüglich offenbar keine Sicherheit gewinnen. Isidor leitet das Wort, fraglos irrig, von
lat. capere her. Er sagt, eine kleine Hütte werde deswegen
capanna genannt, weil sie nur eine Person aufnehmen könne (
Origines, XV [De aedificiis et agris], 12, 2: "Hunc rustici capannam vocant, quod unum tantum capiat"). Im äußersten Norden des Piemont wird der SENN u.a. als
capannaio bezeichnet.
Die phonetischen Varianten dieses morpho-lexikalischen Typs lassen sich auf Grund der folgenden Kriterien zu Typen gruppieren:
(1) Varianz des Wortanlauts:
- [k-] erhalten; vgl. fra. cabane;
- [k-] palatalisiert:
- [k-] > [ts-]; vgl. frp. tsˈăvănə
- [k-] > [tɕ-]; vgl. engadinisch chamanna;
- [k-] > [ʧ-]; vgl. frp. ʧavˈaːna
(2) Anlaut der 2. Silbe in intervokalischer Position:
- [-p-] erhalten; vgl. ita. capanna;
- [-p-] geschwächt:
- - Sonorisierung [-p-] > [b-]; vgl. fra. cabane;
- - Sonorisierung und Spirantisierung [-p-] > [v-];
(3) Auslautvokal:
Wartburg, Walter (1922-1967): Französisches etymologisches Wörterbuch. Eine Darstellung des galloromanischen Sprachschatzes , Basel, vol. 20, Zbinden
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