Eine
Bitsche bezeichnet laut
DWB ein „hölzernes trinkgeschirr mit deckel“ (
vgl. DWB s.v. Bitschen). Schmeller lemmatisiert es als
Butschen bzw.
Bütschen und präzisiert die Beschreibung noch als „kleines, mit einer Handhabe und einem Deckel versehenes Gefäß in form eines abgestutzten Kegels, das bei zahlreichem Hausgesinde als ein wohlfeiles, haltbares und ergiebiges Trinkgeschirr gebraucht wird“ (
vgl. Schmeller s.v. Butschen). Sowohl das DWB der Grimms als auch das Bayerische Wörterbuch Schmellers führen als vergleichbare Worttypen anderer Sprachen hauptsächlich slawische Beispiele an: poln.
beczka, tschech.
bečka russ.
botschka 'Kufe, Fass'.
Das
DWB vermutet eine Bildung der slawischen Wörter nach dem deutschen
Bottich. Für den
Bottich wiederum nennt
Kluge, dass es „sicher aus dem romanischen Bereich entlehnt“ worden sei, setzt aber als Etymon eine Kurzform des Wortes
apothēca 'Weinkeller' (
vgl. Kluge s.v. Bottich), allerdings lässt sich dort auch lesen, dass das Wort genuin oberdeutsch ist. Für die
Bitsche selbst kommt jedoch noch eine andere Etymologie in Frage. Im
Treccani-Artikel zu
bottìglia (
vgl. Treccani s.v. bottìglia) wird ein spätlateinisches
bŭ(t)ticŭla, ein Diminutiv zu
buttis 'Fass', als Etymon angeführt. Auch in schweizerdeutschen Dialekten existiert
Butsch (
vgl. Idiotikon s.v. Butsch) und das
Idiotikon nennt ein rätoromanisches
butschin als Kognate, das
ita. botticino entspricht. Geht man von einer fernassimilatorischen Umlautung des Stammvokals durch das /i/ und einer späteren im Bairischen typischen Hebung von /y/ zu /i/, dann könnte so die
Bitschn wie sie hauptsächlich in Derviaten wie
Millibitschn (
vgl. Karte Milchbitsche) zu finden ist, zu erklären sein.
Grimm, Jacob/ Grimm, Wilhelm (1854-1961): Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm, Leipzig, Hirzel
LinkSchmeller, Johann Andreas (1827–1837): Bayerisches Wörterbuch : Sammlung von Wörtern und Ausdrücken, die in den lebenden Mundarten sowohl, als in der ältern und ältesten Provincial-Litteratur des Königreichs Bayern, besonders seiner ältern Lande, vorkommen, und in der heutigen allgemein-deutschen Schriftsprache entweder gar nicht, oder nicht in denselben Bedeutungen üblich sind, mit urkundlichen Belegen, nach den Stammsylben etymologisch-alphabetisch geordnet., Stuttgart, vol. 1-4, Cotta
Seebold, Elmar (2012): Kluge. Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, Berlin, DeGruyter
Romani, Luigi: Vocabolario Treccani
Link (1881
ff.): Schweizerisches Idiotikon. Schweizerdeutsches Wörterbuch, Basel
Linkvergleiche
lat. sub voce (
deu. unter dem Stichwort)
Latein (ISO 639-3)
Substantiv
Deutsch (ISO 639-3)
Italienisch (ISO 639-3)
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