Kübel ist in den oberdeutschen Dialekten die gängige Bezeichnung für größere Gefäße, die vornehmlich für den Transport von Flüssigkeiten vorgesehen sind. Es kommt sowohl als Simplex in der Bedeutung 'Eimer' vor, ist aber auch Bestandteil zahlreicher Komposita, die das
BUTTERFASS bezeichnen.
Das Wort ist im Althochddeutschen als
kubilo seit dem 10.
Jh. bezeugt (
vgl. AWB:
s.v. kubilo). Vor allem in den Weinbaugebieten des südlichen Alpenrandes wurde mit
lat. cūpa ein großes hölzernes Gefäß bezeichnet. Von Oberitalien aus gelangte das Wort dann in den oberdeutschen Raum (
vgl. trent.
ku'ej 'Melkeimer'); Ausgangsform ist laut
EWBD (
s.v. Kübel) altprovenzalisch
cubel 'kleiner Bottich'; belegt sind auch Ableitungen wie
cubelot oder mittellateinisches
cubellus (
vgl. FEW2, 1550
s.v. cūpa). Alle gehen auf
lat. cūpella zurück, das auch Kluge als Etymon nennt (
vgl. Kluge:
s.v. Kübel).
Kübel-Derivate finden sich im gesamten Raum der Ostalpen (
vgl. Karte Kübel); der vom
EWBD vorgeschlagene Umweg über das Altprov. erscheint unnötig kompliziert.
Karg-Gasterstädt, Elisabeth / Frings, Theodor (1952-): Althochdeutsches Wörterbuch. Auf Grund der von Elias v. Steinmeyer hinterlassenen Sammlungen im Auftrag der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Lepzig
LinkPfeifer, Wolfgang (2000): Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, München, Dt. Taschenbuch-Verlag
LinkWartburg, Walter (1922-1967): Französisches etymologisches Wörterbuch. Eine Darstellung des galloromanischen Sprachschatzes , Basel, vol. 20, Zbinden
LinkSeebold, Elmar (2012): Kluge. Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, Berlin, DeGruyter
Jahrhundert
vergleiche
lat. sub voce (
deu. unter dem Stichwort)
Latein (ISO 639-3)
Substantiv
Deutsch (ISO 639-3)
Latein (ISO 639-3)