Im Deutschen und im Slowenischen steht der Basistyp zimbar neben dem Basistypen camera, wie die Standardvarianten deu. Zimmer und Kammer bzw. slv. cimer und kamra zeigen. In manchen Verwendungen sind beide auch synonym, wie die Karte Karte zum Konzept DACHKAMMER zeigt. Der Basistyp zimbar ist ursprünglich aus dem Germanischen (s.u.), der Basistyp camera dagegen geht auf das Lateinische zurück, so dass im Slowenischen beide als Entlehnungen anzusehen sind. Genauer gesagt wurden beide wohl direkt aus der einen und anderen Sprachfamilie übernommen: slv. cimer stammt aus deu. Zimmer, denn der Typ fehlt im Romanischen; slv. kamra lässt sich am einfachsten als Substratentlehnung aus dem Lateinisch-Romanischen oder als Adstratentlehnung aus der romanischen Nachbarschaft verstehen, worauf die, allerdings in VA selten belegten palatalisierten Formen hinzuweisen scheinen. Jedenfalls ist es unnötig, eine sekundäre Vermittlung über deu. Kammer anzunehmen. Allenfalls ist eine Mehrfachentlehnung sowohl aus dem Deutschen als auch aus dem Lat.-Roa. denkbar. Es ist jedoch wichtig, darauf hinzuweisen, dass sich die (teilweise) Synonymie der beiden Typen aus der Funktion der bezeichneten Räume ergibt. Historisch gesehen kommen sie nicht nur aus unterschiedlichen Sprachfamilien, sondern auch aus vollkommen unterschiedlichen Traditionen des Hausbaus.
Zimbar steht für Konstruktionen aus Holz, wie aus den verwandten Formen der anderen germanischen Sprachen eindeutig hervor geht; vgl. dazu Kluge 2012 (online o.S.):
"Zimmer, Sn std. (8. Jh.), mhd. zimber, zim(m)er m./n., ahd. zimbar, as. timbar ‛Wohnraum, Wohnung, Holzbau, Bauholz’.
Aus g. *temra- n. ‛Bauholz, Gezimmertes’, auch in ­ anord. timbr, ae. afr. timber; gt. in tim(b)rjan ‛zimmern’ (wie ­­ anord. timbra, ae. timbr(i)an, afr. timbria, timmeria, as. timbron, ahd. zimb(a)rōn, mhd. zimbren, zimmern, nhd. zimmern). [...]".
Lat. camera setzt dagegen die Steinbauweise voraus, worauf die althochdeutschen Belege ebenso unmissverständlich hinweisen wie der knappe Artikel in Kluge 2012 (online o.S.):
"Kammer Sf erw. obs. (8. Jh.), mhd. kamer(e), ahd. chamara, as. kamara Früh entlehnt aus l. camera ‛gewölbte Decke’, dann ‛Zimmer mit gewölbter Decke, Wölbung’, das seinerseits aus gr. kamára ‛Gewölbe, gewölbte Kammer’ entlehnt ist. [...] Ebenso nndl. kamer, ne. chamber, nfrz. chambre, nschw. kammare, nnorw. kammer".
Die griechische Lexikographie bestätigt diese Darstellung (vgl. LSJ, s.v. κᾰμάρ-α, Ion. κᾰμάρ-η [μᾰ], ἡ). Die massive Durchsetzung der Steinbauweise hat sich bekanntlich in zahlreichen lateinisch-romanischen Entlehnungen im Deutschen niedergeschlagen (Beispiele). Vor diesem Hintergrund ist bemerkenswert, dass sich im Material von VerbaAlpina kein Hinweis auf eine Entlehnung im umgekehrter Richtung, also von zimbar ins Romanische findet. Allerdings wurde die Holzbauweise keineswegs vollständig verdrängt; die Entlehnung des Typs zimbar ins Slowenische zeigt, dass sie sich speziell in Gegenden wie den Alpen, wo beide Materialien je nach Höhenstufe leicht verfügbar sind, offensichtlich gut etablieren und parallel zum Steinbau verbreiten konnte (vgl. die Karte); ganz analog präsentiert sich übrigens der onomasiologisch naheliegende, ebenfalls aus dem Germanischen stammende Basistyp thilla, deu. Diele, der ebenfalls ins Slowenische, aber nicht ins Romanische entlehnt wurde (vgl. Karte). So ergibt sich die folgende stratigraphische Skizze:
STRATO romanzo STRATO gem. (ted.) STRATO slavo (slov.)
camera Kammer Diele , Zimmer→ → dilje, cimr kamra
SOSTRATO ↑    SOSTRATO ↑
 latino-romanzo camera