Diesem Basistyp liegt
lat. coagulum zugrunde, was schon im klassischen Latein sowohl ‘Lab’ als auch metonymisch ‘geronnene Milch’ bedeutete. Es besteht in allen romanischen Sprachen fort. Allerdings haben sich die beiden Bedeutungen 'Lab' und 'geronnene Milch' nur im Galloromanischen erhalten (
vgl. FEW, 2, 816
ff.,
s.v. coagulum). In den anderen romanischen Sprachen bezeichnet der Typ ausschließlich das Gerinnungsmittel, so etwa
ita. caglio oder
roh. (surselvisch)
cuagl,
roh. (engadinisch)
quegl ‘Lab’ (
vgl. HWdR, 206;
DRG, 4, 303,
s.v. cuagl). Neben dem Substantiv steht das Verb
coagulare. Das zunächst transitive Verb
lat. coagulare 'zum Gerinnen bringen' wird seit dem 5. Jahrhundert auch intransitiv in der Bedeutung von 'gerinnen' benutzt. Es ist im gesamten romanischen Gebiet anzutreffen, wie beispielsweise
fra. cailler,
ita. quagliare (
vgl. FEW 2, 816-820,
s.v. coagulare).
Wartburg, Walter (1922-1967): Französisches etymologisches Wörterbuch. Eine Darstellung des galloromanischen Sprachschatzes , Basel, vol. 20, Zbinden
LinkBernardi, Rut/Decurtinis, Alexi/Eichenhofer, Wolfgang/Saluz, Ursina/Vögeli, Moritz (1994): Handwörterbuch des Rätoromanischen, Zürich, vol. 1-3, Offizin
De Planta, Robert/ Melcher, Florian/ Pult, Chasper/ Giger, Felix (1938
ff.): Dicziunari Rumantsch grischun, Chur, Inst. dal Dicziunari Rumantsch Grischun
LinkLatein (ISO 639-3)
vergleiche
folgende
lat. sub voce (
deu. unter dem Stichwort)
Latein (ISO 639-3)
Substantiv
Deutsch (ISO 639-3)
Italienisch (ISO 639-3)
Bündnerromanisch (ISO 639-3)
Handwörterbuch des Rätoromanischen
Französisch (ISO 639-3)