Dieser Basistyp geht aus
lat. *
cappellus ‘eine Art Kopfbedeckung’ hervor und ist ein Diminutiv von
lat. cappa ‘Hut’ (
vgl. FEW 2, 293
s.v. cappellus). Ursprünglich bezeichnete
lat. *cappellus verschiedene Arten von Kopfbedeckungen. Hüte zu tragen, war den Römern eigentlich fremd. Nur die einfachen Leute, die viel draußen arbeiteten, trugen zum Schutz Hüte verschiedenster Formen und aus unterschiedlichstem Material. Aus
lat. *cappellus entwickelten sich
fra. chapeau,
ita. cappèllo,
roh. (engadinisch)
tśapé und auch
fur. tśapel. Laut Kramer (
EWD II, 153) ist das Grundwort
lld. ćiapél ‘Hut’ ein reines Erbwort. In unserem Gebiet konnte es auch als Bezeichnung für die SCHLAGSAHNE gefunden werden (
Karte *cappellus). Ableitungen von
lat. cappa konnten in Bezeichnungen für den Schaum auf Cidre oder Bier oder für die Haut, die sich auf gekochter Milch bildet, belegt werden (
vgl. EWD II, 275). Diese metaphorische Bedeutung 'Schaum' hat auch der
lat. Diminutiv
*cappellus entwickelt (
vgl. EWD II, 291). So erklärt sich, warum man
*cappellus auch als Bezeichnung der Schlagsahne findet; ähnlich motiviert ist die metaphorische Übertragung von
caput.
Wartburg, Walter (1922-1967): Französisches etymologisches Wörterbuch. Eine Darstellung des galloromanischen Sprachschatzes , Basel, vol. 20, Zbinden
LinkKramer, Johannes (1988-1998): Etymologisches Wörterbuch des Dolomitenladinischen, Hamburg, vol. 1-8, Helmut Buske