Dieser Basistyp geht zurück auf das
lat. Etymon
bassus ‘niedrig’ (
vgl. REW 978,
s.v. bassus). Im klassischen Latein ist es eigentlich nur als Zusatz zu Familiennamen belegt im Sinne von ‘der Dicke’ (
vgl. Georges 1, 793
s.v. bassus). In den meisten Glossen erhält es in adjektivischer Verwendung die abwertende Bedeutung ‘fett, dick, untersetzt’, was auch die eigentliche Bedeutung des Wortes ist. Es ist hier also nicht niedrig im Sinne von ‘tiefliegend’ gemeint (
vgl. FEW 1,
275 s.v. bassus). Im Französischen wurde daraus das Adjektiv
bas, das je nachdem, ob es vor oder nach dem Substantiv steht, seine Bedeutung ändern kann. Wenn man einem Substantiv eine äußere oder geographische Eigenschaft zuschreiben möchte, steht es nach dem Substantiv. Möchte der Sprecher allerdings eine subjektive Wertung ausdrücken, steht es vor dem Substantiv, welches dadurch abgewertet wird (
vgl. TLFi,
s.v. bas). Das
fra. babeurre ‘Buttermilch’ ist eine Komposition aus zwei Basistypen:
bassus und
butyrum ‘Butter’ (
vgl. TLFi,
s.v. babeurre; siehe auch
babeurre (m.) (roa.)). In der Verbindung mit
fra. bas kommt zum Ausdruck, dass die Buttermilch nur als Abfallprodukt angesehen wurde. Sie entsteht bei der Butterherstellung und enthält zum größten Teil Wasser. Die Bauern in den Alpen haben sie nur sehr selten konsumiert, hauptsächlich wurde sie in der Zigerherstellung weiterverwendet oder aber an die Schweine verfüttert.
Georges, Heinrich (1913-1918): Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch. Aus den Quellen zusammengetragen und mit besonderer Bezugnahme auf Synonymik und Antiquitäten unter Berücksichtigung der besten Hilfsmittel ausgearbeitet, Hannover, Hahnsche Buchhandlung
LinkWartburg, Walter (1922-1967): Französisches etymologisches Wörterbuch. Eine Darstellung des galloromanischen Sprachschatzes , Basel, vol. 20, Zbinden
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