Dieser Basistyp entspricht einer adjektivischen Ableitung (vgl. Georges s.v. pellīceus) des lat. Substantivs pĕllis ‘Haut, Fell, Pelz’. Die metaphorische Bedeutung 'Rahm; Rahmschicht auf gekochter Milch' ist ähnlich motiviert wie im Fall von *nīta 'Tuch' bzw. pannus 'Gewebe', die sich semantisch ganz ähnlich entwickelt haben. Sporadisch haben im VA-Gebiet übrigens auch Fortsetzer des lat. Grundworts pĕllis die Bedeutung 'Rahm' erhalten (vgl. pĕllis).
Man beachte, dass die alemannischen Formen durchweg maskulin sind, während das romanische pleʧɑ 'Rahm' (im graubündnerischen Münstertal) feminines Genus aufweist und insofern dem fra. pelisse und ita. pelliccia 'Pelz' entspricht (vgl. FEW, 8, 162-164, s.v. pĕllīceus). Bei den alemannischen Formen scheint es sich daher um sekundäre Entwicklungen einer im Genus bereits adaptierten Entlehnung des deu. Typs Pelz zu handeln (der natürlich letztlich auch auf lat. pĕllīceus zurückgeht; vgl. Kluge, 692 und AWB, s.v. pelliz) und nicht um Relikte aus dem lokalen romanischen Substrat, die ja im Genus eher dem genannten femininen pleʧɑ entsprechen müssten.