Dieser Basistyp mit der Bedeutung ‘Schaum’ ist germanischen Ursprungs. Seine weitläufige Verbreitung weist auf Entlehnung aus dem Germanischen vor der Völkerwanderung hin. Ursprünglich bezeichnete das Wort eine Art Pomade, die die Römer von den Germanen kauften und von den Römern als
spuma bezeichnet wurde (
vgl. Martial 8, 33, 19
f. [
ed. Loeb]: "fortior et tortos servat vesica capillos / et mutat Latias spuma Batava comas." 'Stronger the net that keeps braided hair in place and the Batavian foam that dyes Latin tresses';
vgl. auch Plin. NH 28, 191, wo in diesem Zusammenhang von
sapo/Seife die Rede ist). Bei Plinius wird das Wort aber auch zur Beschreibung von
butyrum, wohl 'Butter', gebraucht (
vgl. den Textauszug im Kommentar zum Konzept
KÄSE). Deshalb liegt es nahe, das germanische Wort als Lehnübersetzung von
lat. spuma zu sehen; durch den Kontakt mit dem
lat. Ausdruck nahm germ.
*skūm zu
skuma auch das feminine Genus an. Daraus wurden dann
fra. écume und
ita. schiuma entlehnt. Das
fro.,
frm. escume ist für das 12. Jahrhundert mit der allgemeinen Bedeutung 'Schaum, der sich auf Flüssigkeiten bildet, wenn man sie schüttelt, erhitzt oder wenn sie gären' belegt (
vgl. FEW 17, 137-140
s.v. *skūm). Die spezifische Bedeutung 'Rahm' scheint typisch alpin zu sein.
Wartburg, Walter (1922-1967): Französisches etymologisches Wörterbuch. Eine Darstellung des galloromanischen Sprachschatzes , Basel, vol. 20, Zbinden
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