Dieser Basistyp ist germanischen Ursprungs. Schmalz bezeichnet AUSGELASSENES FETT im Allgemeinen und in vielen Mundarten im Besonderen die ZERLASSENE UND DABEI VOM ENTHALTENEN WASSER UND DEN EIWEISSANTEILEN BEFREITE BUTTER, die auf diese Weise besser konserviert werden kann (vgl. DWB s.v. Schmalz). In Regionen, in denen viel Milchwirtschaft betrieben wird, steht Schmalz in der Bedeutung ‘frische und gesottene Butter’ oft in Opposition zu Anke 'frische Butter' (vgl. Idiotikon s.v. Schmalz).
In der Bedeutung ‘Butter’ wurde Schmalz auch ins Alpenromanische entlehnt; vgl. lld. smàlz (EWD VI: 273-274; Blad s.v. smauz).
Dieser Typ zeigt sehr schön die Notwendigkeit im Rahmen von VerbaAlpina zwischen dem entferntesten Etymon (die italienische Sprachwissenschaft spricht von der etimologia remota; vgl. Schweickard 2010) und dem Basistyp der erfassten Formen zu unterscheiden. Selbstverständlich gehört das deu. Schmalz zum Verb schmelzen, wie Kluge ausführt:
Sn std. (9. Jh.), mhd. smalz, ahd. smalz, mndd. smalt, smolt, mndl. smout als ‛ausgelassenes Fett’ zu schmelzen. Verb: schmalzen; Adjektiv: schmalzig" (Kluge).
Es zeigt sich aber, dass das Substantiv ausschließlich im Niederländischen und Deutschen belegt zu sein scheint und weiterhin, dass alle im VA-Material erfassten Formen auf eben dieses Substantiv zurückgeführt werden müssen. Es wäre deshalb im Rahmen von VerbaAlpina irreführend, als Basistyp einen rekonstruierten indogermanischen Verbalstamm wie *smelt-a anzuführen.