Dieser Basistyp geht zurück auf die
lat. Akkusativform
pĭnguem ‘fett’ (
vgl. Georges s.v. pinguis ), die sich im Bündnerromanischen, speziell in engadinisch
painch 'Butter' erhalten hat (
vgl. HWdR, 589,
s.v. pieun 'Butter'). Die Bedeutungsspezialisierung von ‘Fett’ zu ‘Butter’ lässt sich onomasiologisch leicht erklären, denn in Gegenden, wo traditionell kein Öl produziert wurde, besser: werden konnte, gilt
BUTTER als das FETT schlechthin. Öl war dort in der traditionellen Küche nicht typisch. Die Verwendung von Öl statt Butter dominiert hingegen in der mittel- und unteritalienischen Küche (
vgl. Scheuermeier 1943: 28).
Georges, Heinrich (1913-1918): Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch. Aus den Quellen zusammengetragen und mit besonderer Bezugnahme auf Synonymik und Antiquitäten unter Berücksichtigung der besten Hilfsmittel ausgearbeitet, Hannover, Hahnsche Buchhandlung
LinkBernardi, Rut/Decurtinis, Alexi/Eichenhofer, Wolfgang/Saluz, Ursina/Vögeli, Moritz (1994): Handwörterbuch des Rätoromanischen, Zürich, vol. 1-3, Offizin
Scheuermeier, Paul (1943): Bauernwerk in Italien, der italienischen und rätoromanischen Schweiz, Band 1, Erlenbach-Zürich, Rentsch
Latein (ISO 639-3)
vergleiche
lat. sub voce (
deu. unter dem Stichwort)
Latein (ISO 639-3)
Substantiv
Deutsch (ISO 639-3)
Handwörterbuch des Rätoromanischen